Presseberichte zum Musical "Josef"

Bericht (Mooskurier)

Vom Traumtänzer zum Held

Jugend-Musical „Josef“ der evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Neufahrn/Hallbergmoos

„Kennst du Neid?“ Im Making of-Video, das beim diesjährigen Musical-Workshop gedreht wurde, stellte Pfarrerin Dr. Juliane Fischer den Jugendlichen diese Frage. Die Antworten darauf waren so vielfältig wie die Charaktere, die heuer bei der Aufführung „Josef“ auf der Bühne standen.
„Ich bin neidisch, wenn ich lernen muss während die anderen draußen ihren Spaß haben!“, antwortete ein Teilnehmer. „Wenn bei der Rollenverteilung mehrere die gleiche Rolle haben wollen und die Wunsch-Rolle dann ein anderer kriegt, ist man schon neidisch“, gab eine junge Schauspielerin zu, „wenn man dann aber bei den Proben in die eigene Rolle hineinwächst und das tolle Miteinander hier miterlebt, ist dieser Neid sehr schnell wieder vergessen!“

Welche Auswirkungen Neid haben kann, wenn er blüht und Früchte treibt, erzählt die Josefsgeschichte aus dem Alten Testament. Der vom Stammvater Jakob bevorzugte Sohn Josef zieht den Hass seiner Brüder auf sich. Nach einem misslungenen Mordversuch wird er von ihnen als Sklave nach Ägypten verkauft. Doch durch Gottes Gnade und seine zukunftsweisenden Träume wird Josef dort zum gefeierten Helden und alles kehrt sich zum Guten.

Genau diese Geschichte aus dem Alten Testament, jedoch aufgepeppt mit Szenen aus dem „Hier und Jetzt“, brachten die Sänger, Schauspieler und Tänzer im Adonia-Musical „Josef“ nun an zwei Abenden auf die Bühne des Gemeindesaals Hallbegmoos. In der Workshop-Woche von Ostermontag bis Freitag wurde fleißig gesungen, getanzt, das Bühnenbild gestaltet, die Kostüme genäht und intensiv geprobt. Dabei blieb der Spaß aber keineswegs auf der Strecke! Zur Premiere standen 46 Jugendliche zwischen acht und siebzehn Jahren auf der Bühne und waren bereit für die große Show. Ein gutes Gespür zeigten im Vorfeld die Verantwortlichen für Schauspiel (Karin Eigeldinger und Elena Willkows), Chor (Tabea Scholz), und Tanz (Patrizia Volkmar) bei der Verteilung der Rollen und Gesangseinlagen. Josef (hervorragend gespielt von Jakob Graf) im signalroten FC-Bayern-Trikot überzeugte mit seiner souveränen und ruhigen Art. Auf der Bühne stand als feste Größe im Hintergrund der stimmgewaltige Chor, aus dem sich immer wieder für die Solis einzelne Sängerinnen lösten. Ramona Mebus und ihre Band unterstrichen die Szenen mit passendem Sound – von Musik, die „unter die Haut geht“ bis hin zu rockig, poppig, ausgelassenen Melodien. Kristina Kliem und Laura Gerebecz führten als Erzählerinnen charmant durch den Abend.

Hinter den Kulissen leisteten auch die Techniker, Bühnenbildner, Requisiteure, Maskenbildner, das Catering-Team und viel weitere helfende Hände hervorragende Arbeit. Pfarrerin Juliane Fischer bedankte sich am Ende des Abends bei allen Mitwirkenden für diese beeindruckende Teamleistung mit weißen Rosen. Besonderer Dank ging dabei an André Spindler, der sich auch heuer wieder für die Hauptleitung und Gesamtorganisation verantwortlich zeichnete. Mittlerweile schon zum 10. Mal wurde hier in Hallbergmoos ein Jugend-Musical aufgeführt. Ruby Kolonko war von Anfang an bei jeder Aufführung mit dabei, erst im Schauspiel-Bereich, später dann als Helferin in der Küche und seit einigen Jahren packt sie bei den Kostümen, dem Bühnenbild und der Requisite mit an. „Das ist einen extra Applaus wert“, bedankte sich Pfarrerin Dr. Juliane Fischer.

Text und Bilder: mooskurier
Erschienen im Mooskurier 08/18 am 7. April 2018

Bericht (Münchner Merkur)

Evangelische Kirchenjugend Hallbergmoos

Werbung pur für gelebte Religion

Steiler Aufstieg: Sklave Josef (Jakob Graf) wurde bald zweithöchster Mann des Staates.

Thomas Bachmann, ehemaliger Pfarrer der Gemeinde, hat die Musical-Reihe der evangelischen Kirchenjugend ins Leben gerufen. Mit zwei mitreißenden Aufführungen von „Josef“ feierte man nun zehnjähriges Jubiläum.

Hallbergmoos –Die alttestamentarische Geschichte von Josef ist heute so aktuell wie damals: Es geht um Neid, Krisen, Hoffnung und Träume. Als Vorlage diente die biblische Gestalt Josef – gespielt von Jakob Graf –, der von seinen eifersüchtigen Brüdern an Sklavenhändler verkauft wird, später unschuldig im Gefängnis landet, schließlich zum zweithöchsten Mann des Landes aufsteigt – und unerschütterlich an seinem Glauben an Gott, Liebe und Versöhnung festhält.

Die Jugendlichen der Emmaus-Kirche interpretierten die Geschichte herrlich lebhaft und im modernen Gewand mit nachdenklich stimmenden, aber auch fröhlichen Szenen. Kurzum: Werbung pur für gelebte Religion.

Freche Dialoge, poppige Arrangements und originelle Einlagen wechseln sich ab. Im Handumdrehen spielten, sangen und tanzten sich die Jugendlichen im Alter von zehn und 17 Jahren in die Herzen der Zuschauer. Begleitet wurden die Sänger von einer sechsköpfigen Live-Band mit Solo-Violine und Flöte unter Federführung von Ramona Mebus.

Gut anderthalb Monate haben die 39 Akteure für das Jubiläumsmusical geprobt. Belohnt wurden sie für ihre herausragenden Leistungen mit stehenden Ovationen. Für André Spindler, der das Stück ausgesucht hat und zum fünften Mal als Musical-Organisator alle Fäden in Händen hielt, passt das Stück in die Zeit. „Es dreht sich um Familie und Gemeinschaft, wie wir miteinander, mit Neid und Missgunst umgehen und dass man an Träume glauben soll.“ Die schauspielerische Inszenierung übernahm Karin Eigeldinger: „Spannend! In wenigen Wochen entwickeln sich die Kinder enorm.“ Erst seien sie schüchtern, nach dem Herantasten an die Rolle nehme das Selbstbewusstsein zu. Dann seien sie stolz, die Rolle zu beherrschen.

Für den Chor war Tabea Scholz zuständig, bekannt feinfühlig und mit erfrischendem Elan. Ebenso engagiert: Patrizia Volkmar, die die Tanzeinlagen einstudierte; herausragend der „Kochlöffeltanz“ der Hausangestellten des Pharaos. „Es ist ein umwerfendes Team von 85 Personen, die für das Musical gearbeitet, Zeit und Liebe eingebracht haben“, freute sich Pfarrerin Juliane Fischer.

Foto und Text: Eva Oesterreich
Erschienen im Münchner Merkur am 10. April 2018

Bericht (Hallberger)

Jugendliche der Emmaus-Kirche spielen Musical Josef

Mitreißend inszeniert mit biblischem Selfie

Mit 37 Jugendlichen der jemals größte Jugend-Musical-Chor auf der Bühne im Gemeindesaal.
Josef wird von seinen Brüdern in die Sklaverei verkauft.

Die Geschichte von Josef aus dem Alten Testament ist alt, der Inhalt modern. Sie dreht sich um Neid, Krisen, Hoffnung, Träume und Versöhnung. Die Jugendlichen der Emmaus-Kirche interpretierten das Stück herrlich mitreissend, lebhaft, fröhlich und voller Lebensfreude. Vom damaligen Pfarrer Thomas Bachmann wurde die Musical-Reihe ins Leben gerufen, „Josef“ somit die Jubiläumsaufführung zum Zehnjährigen.

Sowohl musikalisch als auch textlich hat die biblische Geschichte nichts an Aktualität eingebüßt. Sie war vielmehr präsentiert im neuen, modernen Gewand mit nachdenklich stimmenden, aber auch mitreißenden Szenen, Werbung pur für gelebte Religion. Das gut eineinhalb Monate lange Einstudieren von Gesang, Theater und Tanz inklusive einer intensiven Probenwoche in den Osterferien hat den 39 Jugendlichen den Erfolg eines begeisterten Publikums und stehende Ovationen für ihre herausragende Leistung eingebracht. Mit peppigen Dialogen, modernen und abwechslungsreichen Songs sowie lustigen Einlagen, von Josefs Selfies mit seinen Brüdern und Schwarzlichteffekten, spielten sich die Jugendlichen zwischen zehn und 17 Jahren in die Herzen der Zuschauer. Begleitet wurden die Sänger von einer außerordentlichen sechsköpfigen Live-Band mit Solo-Violine und Flöte unter Federführung von Ramona Mebus.

Josef (Jakob Graf) steigt zum Minister des Pharao auf.

Die biblische Geschichte rund um Josef, gespielt von Jakob Graf, der im Alter von 17 Jahren aufgrund von Neid, Eifersucht und blankem Hass von seinen eifersüchtigen Brüdern an Sklavenhändler verkauft und nach Ägypten gebracht wird, ist schnell erzählt: An Gottes Hand hält er sich unerschütterlich fest und vertraut stets darauf, dass dieser ihn nicht vergessen hat. Als Sklave kommt er zu Potifar, den obersten Befehlshaber des Pharaos, steigt zu dessen persönlichem Referenten auf und verrichtet gute Arbeit. Alle lieben ihn wegen seiner freundlichen Art, mit der er sie behandelt. Auch Potifars Frau hat ein Auge auf Josef geworfen und macht dem Jüngling Avancen, die dieser jedoch allesamt abwehrt. So beschuldigt die Abgewiesene Josef, von ihm vergewaltigt worden zu sein. Josef landet in der Folge im Gefängnis. Dort deutet er Träume von verschiedenen Menschen, die sich bewahrheiten. Als dem Pharao Träume die Nachtruhe rauben, bittet er den Gefangenen um Hilfe. „Nach sieben guten Erntejahren in Ägypten werden sieben karge Jahre kommen. Daher solle der Pharao in den guten Erntejahren seine Speicher für die Hungerjahre füllen“, erklärt Josef, der aus dem Gefängnis entlassen und nach dem Pharao zum zweiten Mann und Minister in Ägypten ernannt wird. Während viele Nachbarvölker unter Hungersnot leiden, stehen den Ägyptern genügend Nahrungsmittel zur Verfügung. Das spricht sich unter den Nachbarvölkern herum. Auch Josefs Brüder kommen aus Kanaa herbei, um Getreide vom Pharao zu erwerben. Josef erkennt sie. Obwohl sie ihm Unrecht und Leid zugefügt haben, sinnt er nicht auf Rache. Er vergibt ihnen und feiert mit allen ein großes Fest, denn seine Liebe ist stärker als der Hass der Brüder, sein Großmut größer als ihr Verbrechen.

Die Bediensteten des Pharao.
Die Band unter Leitung von Ramona Mebus (Klavier).

Die musikalischen Stile des Musicals sind vielfältig und ansprechend arrangiert. Die Gesangs- und Sprechpassagen passend, die Texte feinsinnig bis humorvoll. Auf diese Weise kommt die Josefsgeschichte des Alten Testaments neu zum Klingen und regt zum tieferen Nachdenken über die biblische Geschichte, aber auch über das eigene Leben an.

Für André Spindler, der das Stück ausgesucht hat und bereits zum fünften Mal als Musical-Organisator alle Fäden in Händen hielt, passt das Stück in die Zeit. „Es dreht sich um Familie und Gemeinschaft, wie wir miteinander, mit Neid und Missgunst umgehen und dass man an Träume glauben soll.“

Die schauspielerische Inszenierung übernahm Karin Eigeldinger: „Eine Herausforderung“ aber „wahnsinnig spannend! In nur wenigen Wochen entwickeln sich die Kinder enorm.“ Erst seien sie schüchtern, nach dem ersten Herantasten an die Rolle nehme das Selbstbewußtsein zu. Dann komme der Stolz, die Rolle zu beherrschen. „Mit exakten Regieanweisungen gebe ich ihnen Sicherheit, jede Pause, jeder Satz muss geübt werden“, so Eigeldinger.

V.l.: Die „Macher“ des Musicals: Ramona Mebus (Musik), Tabea Scholz (Gesang), Karin Eigeldinger (Schauspiel), Pfarrerin Dr. Juliane Fischer, André Spindler und Patrizia Volkmar (Tanz).

Für den Chor war Tabea Scholz zuständig, bekannt feinfühlig und mit erfrischendem Elan. Ebenso engagiert Patrizia Volkmar, die die Tanzeinlagen einstudierte, herausragend hier der „Kochlöffeltanz“ der Hausangestellten des Pharaos.

„Es ist ein umwerfendes Team von 85 Personen, die für das Musical gearbeitet, Zeit und Liebe eingebracht haben“, freute sich Pfarrerin Juliane Fischer.

Text und Bild: Sabina Brosch
Erschienen im Hallberger 08/18 am 18. April 2018