06.04. Chili und der verlorene Sohn

Hallbergmoos ­ Als ich ankam gab es gerade essen: Chili con Carne. Manche blickten mich leidend an, weil es ihnen zu scharf war. Vielen kam diese Stärkung aber gerade recht: Schon vier neue Lieder seien geprobt worden und auch schon vier neue Szenen wurden inszeniert erklären Yvonne und Marcel Isola.

Bei gutem Essen kann man gut reden und so erfuhr ich von André Spindler, dass die Spenden, die bei den Aufführungen eingenommen werden, für den Bau eines eigenen evangelischen Gemeindezentrums angelegt werden. "Den Betrag, den die Jugendlichen gezahlt haben ist für den Aufwand der Liederbücher und CDs. Und auch das Essen wird davon bezahlt, auch wenn uns die Zutaten günstiger verkauft werden", erklärt er weiter. Und damit auch alles, wie zum Beispiel die "Verköstigung", klappt, traf sich das Team schon im November das erste Mal.

Bei den Schauspielern lief auf jeden Fall alles wie am Schnürchen: Innerhalb von zehn Minuten probten und verfeinerten sie die "Fest-Szene". Danach ging es dann auch gleich auf die Bühne um die schon einstudierten Szenen weiter zu üben. "Auf der Bühne ist das alles noch einmal ganz anderes als in einem Raum", erzählte mir Karin Eigeldinger, die die Schauspielerische Leitung hat. Auch auf der Bühne stellten die Darsteller ihre Professionalität unter Beweis, zwar hörte man von Karin hin und wieder "Kopf schräger!" oder "Mehr schauspielern!", aber aufgeregt sei sie nicht gewesen meint die Schauspielerin Kimberley Martin. Morgen wird es den Schauspielern bestimmt leichter fallen, denn: Manfred Siegel hat heute den Saal vorbereitet, damit er morgen die Bühne gestalten kann. "Es gibt vier Bühnenbilder, die während den Liedern immer wieder erneuert werden", verrät mir der Bühnenbildner. Damit das nicht so auffällt sorgen Maximilian Schaller und sein Team dafür, dass die Aufmerksamkeit auf den Chor gerichtet ist. "Die Bühne wird weniger beleuchtet, grad noch so, dass ich etwas sehen kann. Die Band, die dieses Jahr sichtbar ist, wird stärker angestrahlt und der Chor am meisten", erklärt mir Siegel den Plan.

Der heutige Tag barg neben der ersten Probe auf der Bühne aber noch weitere Highlights: Die T-Shirts, in den Farben Rot, Beige, Braun und Schwarz, wurden für alle Mitwirkenden ausgeteilt. Damit die auch richtig zur Geltung kommen, wurden auch gleich Fotos gemacht und ich muss gestehen, dass ich ein wenig Angst bekam, als alle auf einmal "Cheese" riefen. Der Schreck verflog aber schnell wieder, als ich die schönen Fotos gesehen habe, die von Hendrik Köhler geschossen worden sind. Nach so einem ereignisreichen Tag trafen sich alle noch einmal zum Schlussgebet im Gemeindesaal und beendeten den zweiten Tag der Musical-Woche mit Gottes Segen.